GbP 1-2021 Schagen

Bund gewerkschaftlicher Ärzte (BgÄ)1

Udo Schagen zu den Anfängen der Organisation von Ärzt*innen

Kontrollratsgesetze und die Entnazifizierungsbemühungen der Alliierten nach deren Sieg über Deutschland machten auch den ärztlichen Organisationen zunächst ein Ende. Sie hatten die NS-Gesundheitspolitik gestützt und gefördert.

Die deutsche Kriegsführung hatte die Ausbildung sehr vieler Ärzte erforderlich gemacht. Das Studium war verkürzt worden und fand zeitweise in Trimestern statt. Aus den riesigen von Deutschen besetzten und auch besiedelten Gebieten Polens und der Sowjetunion sowie aus den bald endgültig abgetrennten, ehemals ein Viertel des Reiches ausmachenden Ostgebieten, kamen viele Millionen Menschen vor der heranrückenden Front der Roten Armee in die dann vier Besatzungszonen der Alliierten. Mit ihnen kamen die nicht mehr in der Wehrmacht benötigten und nun bevorzugt die westlichen Besatzungszonen wählenden Ärzte. Viele hatten Grund, die sowjetische Besatzungsmacht besonders zu fürchten.

Die erste in den Westzonen seit Juli 1946 erscheinende Gewerkschaftszeitung schrieb 1949: »Im Jahre 1935 gab es in Deutschland bei rd. 60 Mio. Einwohnern 52.342 Ärzte. In den drei Westzonen sind bei 45 Mio. Menschen 57.000 Ärzte vorhanden.2 Schon vorher war die »Not der Jungärzte« sowohl bezüglich ihrer kriegsbedingt dürftigen Ausbildung als auch ihrer aussichtslosen Situation, Stellen in den Krankenhäusern zu erhalten, Gegenstand einer Artikelserie.3 Vorgeschlagen wurde darin, »dass eine Ärzteschaft innerhalb der Gewerkschaft schneller den Nachweis des guten Willens, am demokratischen Aufbau Deutschlands mitzuwirken, erbringen und das Vertrauen der Umwelt rascher gewinnen wird ... Wenn wir jetzt an die stärkere Erfassung der Ärzte und an die Bildung einer Fachschaft dieser Berufsgruppe herangehen, wollen wir gleichzeitig einen Rechtstitel schaffen zur Vertretung der tarifrechtlichen, wirtschaftlichen und sozialen Interessen der Ärzteschaft. Die Gewerkschaft kann das, eine Standesvertretung nicht ... Die Sozialisierung des Gesundheitswesens ist eine zwingende Notwendigkeit unserer Zeit, sie wird und muss kommen. Die Ärzteschaft kann nur in Zusammenarbeit mit allen übrigen Berufsgruppen des Gesundheitswesens in den Gewerkschaften ihr Ziel und Richtung geben und das Tempo beeinflussen.« Im gleichen Artikel wird auf das berühmte Virchow-Zitat zurückgegriffen: »Die Ärzte sind die natürlichen Anwälte der Armen, und die soziale Frage fällt zu einem erheblichen Teil in ihre Jurisdiktion. Es tut der Würde der Wissen­schaft keinen Abbruch, wenn sie den Kothurn verlässt und sich unter das Volk mischt. Aus dem Volke wächst ihr neue Kraft zu.«

Der Aufruf, Ärzte sollten sich innerhalb der Gewerkschaft organisieren, fand entsprechend deren ideologischer Verfasstheit, dem Denken in Standeskategorien, schon damals kein sehr breites Echo.

In der Sowjetischen Besatzungszone entstand allerdings bereits 1945 der FDGB (Freier Deutsche Gewerkschaftsbund), der alle Berufsgruppen in seinen Teilgewerkschaften organisierte. Eigene ärztliche Standesorganisationen wurden nicht geschaffen, auch die Abrechnung der in eigener Praxis arbeitenden Ärzte mit der einheitlichen Sozialversicherung fand über die Gewerkschaft statt.

Die soziale Lage der Ärzte in den westlichen Besatzungszonen wurde in der Zeitschrift Sanitätswarte so beschrieben: »In Krankenanstalten und Kliniken arbeiten Ärzte in vorgeschrittenem Alter, verheiratet, mit Kindern, umsonst, nur um mit ihrer Ausbildung fertig zu werden. Hart hat unsere Zeit die Flüchtlingsärzte getroffen. Im Kampf um die Existenz sinkt die ärztliche Kunst in vielen Fällen zum Heilgewerbe herab.«4

Wegen dieser Notlage hatten sich im Westen in den sich wieder entwickelnden Kammern Zusammenschlüsse von »Jungärzten« gebildet. 1947 trafen sie sich überregional in Marburg und bildeten die »Arbeitsgemeinschaft der Jungärzte innerhalb der Ärztekammer«. 1948 entstand daraus die »Arbeitsgemeinschaft der Landesvereinigungen angestellter Ärzte (Marburger Bund)«, der seinem Namen entsprechend eine allein Ärzten vorbehaltene Einrichtung zur Durchsetzung der eigenen Interessen vornehmlich im Bereich der Krankenhausanstellung verfolgte.5

Wiederholt wurden zwar von Gewerkschaftsseite Angebote an den Marburger Bund gemacht, geschlossen in die Fachabteilung Gesundheitswesen der Gewerkschaft Öffentliche Betriebe und Verwaltung, zu der auch die in die Gewerkschaft eintretenden Ärzte gehörten, einzutreten. Dort wurde nur von einer gemeinsamen Interessenvertretung Erfolg für die Ärzte erwartet.6

Wie bekannt, ist der Marburger Bund diesem Angebot nicht gefolgt. Die Prognose war falsch, die öffentlichen Arbeitgeber in den drei Westzonen haben den Forderungen der besonderen Gruppe der Ärzte soweit nachgegeben, dass keine Notwendigkeit bestand, sich mit anderen Berufsgruppen gemeinsam zu organisieren und die eigenen Interessen mit Hilfe der anderen durchzusetzen. Der offensichtliche Erfolg des Marburger Bundes bei der Durchsetzung der speziellen Interessen der Ärzte legte den Grundstein für die weitere Entwicklung der Organisation angestellter und beamteter Ärzte.

Fachgruppe »Bund gewerkschaftlicher Ärzte«

Im Juni 1949 fand die erste gewerkschaftlich orientierte westdeutsche Konferenz Gesundheitswesen in Bad Nauheim statt. Ziel war, eine Hauptfachabteilung Gesundheitswesen in der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV) zu bilden. »In einer Entschließung lehnte die Konferenz das Weiterbestehen der Ärztekammern als Zwangsorganisation ab, ebenso die Personalunion zwischen der Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung Deutschlands, wie sie z.B. in Niedersachsen besteht.«7

Am Rand des Ärztetages 1949 in Hannover, der als »ein getreues Spiegelbild der Notlage der deutschen Ärzteschaft« und als »Einblick in die ›ideologische‹ Unsicherheit und Zerrissenheit der deutschen Ärzte« geschildert wird, kommt es zu einem erneuten Versuch einer Einigung, einer Besprechung der verschiedenen Ärzteorganisationen. In einer gemeinsamen Erklärung werden bestehende Differenzen in »organisationstaktischen Fragen« bei gleichzeitiger Einmütigkeit in der Beurteilung der wirtschaftlichen Probleme der Ärzteschaft festgehalten.8

Die Differenz bezüglich organisationstaktischer Fragen bestand darin, dass die einen ausschließlich aus Ärzten bestehenden Organisationen zur Durchführung ihrer Forderungen größere Chancen einräumten, während der »Bund Gewerkschaftlicher Ärzte« seinen Standpunkt vertrat, »dass einzig und allein in der großen Gewerkschaftsbewegung die erforderliche Schlagkraft erreicht werden könne, indem die Forderung der Ärzteschaft auf Sicherung ihrer wirtschaftlichen Existenz zur gemeinsamen Forderung weitester Kreise der erwerbstätigen Bevölkerung erhoben werde, die solidarisch für ihren Arzt und damit nicht zuletzt auch für sich selbst eintreten müßte«.9

Schon im Beginn der Organisation von Ärzten nach dem Krieg in einer Gewerkschaft traten also die Probleme offen zutage: Ärzte lassen sich zur Durchsetzung ihrer Sonderinteressen erheblich leichter in ständische Verbände organisieren. Überdurchschnittlich hohe Einkommen waren damals noch kein Problem. Die trotzdem vorhandene privilegierte Situation, die auch Ende des Krieges für die Mehrzahl der Ärzte aufgrund ihres Herkommens und ihrer qualifizierten Ausbildung bestand, konnte am besten aufrechterhalten werden, wenn diesen besonderen Interessen auch in besonderen Organisationsformen Ausdruck gegeben wurde. Mit der Gründung der Bundesrepublik und unter der Regierung Adenauers wird darüber hinaus eine Förderung von Ständen und besonders der Selbständigen auch zu einem bestimmenden Element staatlicher Politik.

Die spätere Realität gewerkschaftlicher Ärztearbeit

Nachdem Ende der 40er, Anfang der 50er Jahre die größte Not ärztlicher unbezahlter Arbeit in den Krankenhäusern gelöst worden war und schrittweise, auch auf gerichtlichen Druck, Niederlassungsbeschränkungen aufgehoben werden mussten, waren die Hauptsorgen der Ärzte, die des eigenen Einkommens und die der sicheren Beschäftigung, zunächst gelöst, während sich ein breites gesundheitspolitisches Engagement noch nicht entwickelte. In den Wiederaufbaujahren der Bundesrepublik blieben Mängel der Organisation des Gesundheitswesens gegenüber anderen Problemen nachrangig.

Probleme der mangelhaften Ausstattung der öffentlichen Gesundheitsdienste sowie der Gefährdungen durch die Arbeitswelt wurden kaum in größeren ärztlichen Zusammenhängen diskutiert. Mitglieder der Gewerkschaft ÖTV blieben und wurden vor allen Dingen im öffentlichen Gesundheitsdienst und in Versicherungsanstalten tätige Ärzte.10

Neue Mitglieder und Gesundheitspolitik der Gewerkschaften

Ein verhältnismäßig starker Zuwachs von gewerkschaftlich organisierten Ärzten fand in den siebziger Jahren statt, in denen sich die Zahl der Ärzte auf weit über dreitausend vervielfachte. Diese Entwicklung ist einmal auf den starken Anstieg der Kran­kenhausärzte-Zahlen zurückzuführen. Gleichzeitig begannen aber zahlreiche Ärzte ihr Berufsleben, die aktiv am Lernprozess der Studentenbewegung teilgenommen hatten.

Die Diskussion des eigenen Berufsbildes weitete sich aus zu Fragen der Organisation des Gesundheitswesens insgesamt. Innerhalb des DGB entstand ein eigenes gesundheitspolitisches Programm 1972 und gab den sich gewerkschaftlich organisierenden Ärzten die Grundlagen für spezifische Forderungen zur Reform der Gesundheitsdienste. 11

In der Gewerkschaft ÖTV als Teil des DGB entstand 1969der Bund gewerkschaftlicher Ärzte (BgÄ). Damals beschloss die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) Anhaltszahlen und damit erstmals «offizielle Orientierungsdaten für die Versorgung der Patienten«. Die Neugliederung des ärztlichen Studiums 1970 wurde positiv gesehen. Ein Gesetz zum Ausbau des arbeitsmedizinischen und technischen Gesundheitsschutzes im Betrieb wurde erarbeitet und dann 1973 verabschiedet.

Im Januar 1972 beendete Tarifverhandlungen mit Hilfe der ÖTV verbesserten die Situation der angestellten Ärzte erheblich: Einschränkung der Zahl der Bereitschaftsdienste und Rufbereitschaften, bessere Eingruppierungsmöglichkeiten für Ärzte mit besonderer Berufserfahrung und Spezialkenntnissen. Auf Initiative des BgÄ erfolgte im August 1973 eine Stellungnahme des DGB Berlin zur Sozialmedizin an der Universität.12 Die Frage des Rechtsstatus von Medizinstudenten im Praktischen Jahr führte regional zu verschiedenen Aktivitäten. Die Bestimmungen der Approbationsordnung, dass das Praktische Jahr als Student und nicht als Praktikant zu absolvieren sei, nahmen der ÖTV ­jegliche Möglichkeit einer Rechtsvertretung und einer Durchsetzung einer die praktische Tätigkeit ausgleichenden Vergütung. Regionale Gesundheitszentren sollten Medizinalaufsicht, Gesundheitsschutz und -aufsieht, Gesundheitserziehung, Gesundheitspflege und Öffentlichkeitsarbeit, Gesundheitsvor­ und -fürsorge, gerichtsärztliche Dienste, Gutachterberatungs- und Rehabilitationsdienste, medizinische Koordinierungsaufgaben, Veterinäraufsicht, Lebensmittelaufsicht und -information sowie Dokumentationsaufgaben übernehmen.

1974 fand eine eigene gesundheitspolitische Tagung der ÖTV statt. Nach intensiver Vorbereitung, auch durch die BgÄ-Mitglieder, veröffentlichte die ÖTV auf einer weiteren gesundheitspolitischen Tagung 1977 »Perspektiven der Gewerkschaft ÖTV zur Gesundheitspolitik«. Die darin erstmals verankerten Grundsätze »Prävention – Integration der Gesundheitseinrichtungen – Verantwortung der Betroffenen durch Selbstverwaltung« haben nichts an Aktualität verloren.

Zur klinischen Vorprüfung von Arzneimitteln wurde gefordert, »zum Schutze der Versuchsperson jede neue Substanz, die erstmals am Menschen eingesetzt wird, einer sorgfältigen klinischen Überprüfung zu unterziehen«. Es entstand das Arzneimittelgesetz von 1978.

Nach mehrjähriger Arbeit erschienen die »Vorschläge und Forderungen zur ärztlichen Aus-und Weiterbildung«13, in denen »das Medizinstudium nicht als endgültig berufsqualifizierend, sondern als Studium mit erstem berufsqualifizierendem Abschluß« begriffen wurde. Das Ziel des Medizinstudiums sollte nicht sein, einen »fertigen«, sondern einen »weiterbildungsfähigen« Arzt heranzubilden. Voraussetzung für eine derartige Konzeption des Medizinstudiums sei allerdings, dass jeder Arzt – Allgemeinmediziner wie Facharzt – nach der Approbation eine Weiterbildung durchlaufe, die durch eine Prüfung abgeschlossen werde, bevor er selbständig bzw. alleinverantwortlich tätig werden könne.

Die damals nach wie vor durchaus zwiespältige Auffassung der ÖTV und des BgÄ zur Beteiligung an Kammerwahlen wurde deutlich durch die Festlegung, »daß kandierende Kolleginnen und Kollegen in die Abteilungsarbeit eingebunden sein müssen und ihre Arbeit nach erfolgter Wahl für die Organisation transparent sein muss. Wahlprogramme müssen auf der Grundlage gesundheitspolitischer Vorstellungen der Gewerkschaft ÖTV erstellt werden.«

Berufsverbote

Besonderer Erwähnung bedarf die Berufsverbotediskussion der siebziger Jahre, da sie erhebliche Auswirkungen auf die gewerkschaftliche Arbeit der Ärzte hatte. Dabei ist die Haltung des DGB bzw. seiner Einzelgewerkschaften zu politisch oder anders motivierten Berufsverboten klar: Die Verteidigung der im Arbeitsrecht und in den Tarifverträgen durch die Gewerkschaften erkämpften Sicherungen gegen die Kündigung von Arbeitnehmern ist eine der wichtigsten Aufgaben der Gewerkschaften überhaupt.

Undeutlich wurde die Haltung der Gewerkschaften deswegen, weil es im scharfen Wind der Verfolgung und Kündigung politisch linker Gruppierungen, insbesondere im öffentlichen Dienst, und der denunziatorischen Aktivitäten zahlreicher Medien und insbesondere des »Bundes Freiheit der Wissenschaft« offensichtlich häufig nicht mehr möglich war, zwischen «Berufsverboten« einerseits und Ausschlüssen aus der Gewerkschaft wegen gewerkschaftsschädigenden Verhaltens andererseits zu unterscheiden.14

Auflösung des Bundes gewerkschaftlicher Ärzte

Der neunte ordentliche Gewerkschaftstag der ÖTV in Berlin 1980 beschloss, nachdem Entsprechendes bereits in einem Antrag 1978 auf dem achten Gewerkschaftstag diskutiert worden war: »Die berufliche und fachliche Mitgliederbetreuung ist arbeitsplatzbezogen zu organisieren. Die Gliederung der Abteilungen richtet sich grundsätzlich nach dem Betriebsprinzip.« Eine nähere Begründung findet sich im Geschäftsbericht.15

Für den Bereich Gesundheitswesen bedeutete dies, dass er ergänzt wurde um die früheren Abteilungen Sozialarbeit, Kirchen und Soziale Dienste und dann »Gesundheitswesen, Kirchen und soziale Einrichtungen« hieß.

Die Neugliederung der Abteilung hatte zur Folge, dass auf der regionalen Ebene und auch überregional eine speziell auf die Bedürfnisse der Ärzte bezogene Arbeit kaum mehr stattfinden konnte. Die Einrichtung besonderer Arbeitskreise, die sich speziellen Problemen ärztlicher Tätigkeit, etwa den besonderen Aus­ und Weiterbildungsproblemen, aber auch den besonderen Beschäftigungsbedingungen, z.B. nach wie vor bestehender überlanger Bereitschaftsdienste, widmete, sollte damit nicht aufgegeben werden.

Aufgrund von Beschlüssen ihrer Gewerkschaftstage verschmolzen die damaligen Gewerkschaften DAG, DPG, HBV und IG Medien mit der größten Einzelgewerkschaft ÖTV im Jahre 2001 zur jetzigen Gewerkschaft ver.di.

Udo Schagen ist Arzt; er leitete von 1986 bis 2004 die Forschungsstelle Zeitgeschichte der Medizin, zunächst an der FUB und dann an der Charité / Universitätsmedizin Berlin.

Fußnoten

  1. Der Beitrag beruht im Wesentlichen auf Mitte der 1980er Jahre durchgeführten Recherchen, deren Ergebnis ausführlicher nachzulesen ist in: Udo Schagen: Der Bund gewerkschaftlicher Ärzte in der ÖTV, in: Winfried Beck, Hans-Ulrich Deppe, Renate Jäckle, Udo Schagen: Ärzteopposition, Neckarsulm, München 1987, 67-80 – Zur Geschichte der Ärzte insgesamt s. Thomas Gerst: Ärztliche Standesorganisation und Standespolitik in Deutschland 1945-1955, Stuttgart 2004 – Zur Geschichte des Gesundheitswesens s.Udo Schagen,Sabine Schleiermacher: Gesundheitswesen und Sicherung bei Krankheit und im Pflegefall. Geschichte der Sozialpolitik in Deutschland Bd. 2, 1945-1949, S. 464-484, 511–528 und Bd. 8, 1949-1961, S. 387 -433, Bonn 2001 und 2004.
  2. Sanitätswarte. Zeitschrift für das gesamte ärztliche Hilfs- und Pflegeper­sonal im öffentlichen und privaten Gesundheitsdienst, für Gesundheitsfürsorge und Wohlfahrtspflege, 1949, S.43
  3. 1947, Heft 5
  4. Titelseite der Sanitätswarte Mai 1948, nach Schagen 1987, a.a.aO., S. 68f.
  5. Kurt Gelsner: Der Marburger Bund. Chronik der organisierten Krankenhausärzte, Frankfurt a. M. 1985
  6. Sanitätswarte 1948, (H. 5-6), S. 1
  7. Sanitätswarte 1949, S. 49-50
  8. Beim 52. Deutschen Ärztetages in Hannover vom 2.-4. September 1949 fand auf Initiative des Bundes Gewerkschaftlicher Ärzte diese Besprechung statt: »Die lebhafte Diskussion, die sich entspann und an der sich alle Gruppen beteiligten, hatte als wesentliches Ergebnis, dass Einmütigkeit über das zu erstrebende Ziel einer gerechten Lösung der wirtschaftlichen Probleme der Gesamtärzteschaft seitens aller an der Diskussion beteiligten Gruppen bestand. So waren die Vertreter des Bundes Gewerkschaftlicher Ärzte ... und ... des Bayerischen Gewerkschaftsbundes in der Lage, einer Entschließung des Hartmannbundes vom 1. September 1949 an den Bundestag ihre volle Zustimmung zu geben. Differenzen traten einzig bei der Erörterung organisationstaktischer Fragen in Erscheinung Für den Bund Gewerkschaftlicher Ärzte in der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr: Dozent Dr. Hornung, Dr. Wiegleb, für den Landesverband Bayerischer Ärzte in der Landesgewerkschaft 13 des Bayerischen Gewerkschaftsbundes: Dr. Münzberg, als Mitglieder des Verbandes der Ärzte Deutschlands (Hartmannbund): Dr. Ostermann, Dr. Tander, Dr. Thieding, für den Marburger Bund: Dr. Stockhausen, Dr. Porschen, für den Verein der Nichtkassenärzte: Dr. Kehrings, Dr. Trampe.«
  9. Sanitätswarte 1949, S. 76
  10. Hierzu: Norbert Schmacke: Der Standort der Gesundheitsämter in der aktuellen gesundheitspolitischen Diskussion, in: Medizin, Moral und Markt, Jahrbuch für Kritische Medizin, Band 12, Berlin/West 1987
  11. Unter Mitarbeit von Ärzten erschienen: 1970 Stellungnahme zur Krankenhausplanung, Krankenhausfinanzierung, Inneren Struktur der Krankenhäuser; 1972 Vorschläge des Bundes Gewerkschaftlicher Ärzte in der ÖTV zur Neuorientierung eines sozialmedizinischen Dienstes«. Wenn es hierin in Teilen auch im Wesentlichen um eine bessere Organisationsform der einzelnen Gutachterdienste (des vertrauensärztlichen Dienstes der Krankenversicherungen mit dem Rentengutachterdienst der Landesversicherungsanstalten und dem ärztlichen Dienst der Bundesanstalten für Arbeit ging, so gleichzeitig aber auch um die Möglichkeit für Versicherte, von sich aus sozialmedizinische Beratung in Anspruch nehmen zu können; 1972 ebenfalls die Stellungnahme zur Versorgung der seelisch Kranken und der geistig Behinderten.
  12. DGB Landesbezirk Berlin (Hrsg.): Stellungnahme zum Aufbau »der Sozialmedizin an der Freien Universität Berlin«, Berlin/W. 1973
  13. ÖTV (Hrsg.): Vorschläge und Forderungen der Gewerkschaft »ÖTV zur ärztlichen Aus- und Weiterbildung in der Bundesrepublik Deutschland«, Stuttgart 1982
  14. Am 12.5.1966 hatte der 7. Bundeskongress des DGB den Bundesvorstand beauftragt, »alle geeigneten Schritte bei Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung zu unternehmen, um die Verfassungswidrigkeit der NPD feststellen zu lassen« und beschlossen, »dass die Zugehörigkeit zur NPD unvereinbar ist mit der Mitgliedschaft bei den im DGB zusammengeschlossenen Industriegewerkschaften und Gewerkschaften«. Im Oktober 1973 beschloss der DGB-Bundesvorstand: »Der Bundesvorstand des DGB hat sich erneut mit der Abgrenzung gegen politische Extremisten beschäftigt. Er stellt fest, dass die Tätigkeit für oder die Unterstützung von linksextremen Parteien, Vereinigungen oder Gruppierungen unvereinbar mit der Mitgliedschaft in einer DGB-Gewerkschaft ist. Zu diesen linksextremen Organisationen, die eine gewerkschaftsfeindliche Aktivität entfalten, zählen beispielsweise die KPD, die KPD/ML und die von ihnen gegründete »Revolutionäre« oder »Rote Gewerkschaftsopposition«, die sogenannten Arbeiter-Basis-Gruppen sowie die anderen Gruppierungen mit gleichen oder ähnlichen Zielen. Der DGB-Bundesvorstand fordert alle Mitgliedsgewerkschaften auf, die organisatorischen Schlussfolgerungen aus diesem Grundsatzbeschluss – erforderlichenfalls Satzungsänderungen – zu ziehen«. Der Beirat der ÖTV und der Hauptvorstand haben diese Beschlüsse im Oktober 1973 und im Januar 1981 übernommen. (Taschenbuch für ÖTV-Vertrauensleute, Ausgabe 1984, S. 82-83)
  15. ÖTV-Hauptvorstand (Hrsg.): Geschäftsbericht der Gewerkschaft ÖTV 1980-1983, Stuttgart 1984, S. 593-601

(Gesundheit braucht Politik. Zeitschrift für eine soziale Medizin, Schwerpunkt: Gewerkschaftliche Organisation im Gesundheitswesen, Nr. 1, März 2021)


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